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BMW 8er


Achtbare Leistung

Text: Sven Jürisch
Fotos: Jan-Christian Richter

Ja, ist er denn schon so alt? Mag man sich angesichts der fast 20 Jahre fragen, die der 8er von BMW bereits auf dem schönen Rücken hat. Und tatsächlich, das damals revolutionäre Design wirkt auch heute noch taufrisch und lässt Passanten den Kopf verdrehen. Dass der Traumwagen von einst derzeit noch für ein Handgeld zu haben ist, macht die Sache nur noch interessanter. Um zu verhindern, dass aus dem Traum ein Alptraum wird, haben wir die Coupé-Baureihe aus München genau unter die Lupe genommen.

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Die langgestreckte Silhouette des über dem 7er angesiedelten Sportcoupés, interne Bezeichnung E31, machte Schluss mit der klassischen BMW-Linie. Der Mief des Barock anmutenden 6ers war mit einem Orkan aus dem Modellprogramm gepustet. Lediglich der Hofmeisterknick der C-Säule blieb erhalten. Ansonsten präsentierte sich das 4,7 Meter große 2+2-Coupé ganz im Stil der großen weiten Autowelt. Die beiden ausklappbaren Scheinwerfer, die unter einer gemeinsamen Streuscheibe Abblendlicht, Nebelleuchten (beide in Elopsidtechnik) und Fernlicht beherbergten, waren da nur eines von vielen Stil bildenden Elementen. Zur besonderen Erscheinung trugen auch die extrem flach abfallende Aluminiummotorhaube, die Integration der Doppelniere in den vorderen Stoßfänger und die ausgestellten Radhäuser bei. Doch auch im Detail war Design beim 8er niemals Selbstzweck, sondern bot handfeste technische Vorzüge, wie man an den gewichtsoptimierten Scharnieren der Motorhaube gut erkennen kann.



Motorisch machte der zunächst nur als 850i lieferbare Beau mit dem aus dem 7er stammenden 5,0 Liter großen V12-Zylinder-Motor (intern M70 genannt) eine gute Figur. Die spätere Hubraumerweiterung auf 5,4 Liter (M73 Motor ab 1994) brachte ein Leistungsplus von 26 PS. Gepaart mit dem anfangs 4-stufigen ZF Automaten, 6-Gang-Schaltgetriebe beim BMW 850i als Option, ergaben sich adäquate Fahrleistungen: 6,3 Sekunden auf 100 km/h und eine damals beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Trotz dieser Werte war der 8er mehr große Yacht, denn kleines Sportboot. Die schiere Größe, das Gewicht von 1,8 Tonnen und nicht zuletzt die Fahrwerksauslegung waren es denn auch, die schnell für Ernüchterung bei den Sportwagenfans sorgten. Der Achter war eher etwas für Sugar Daddies aus Übersee, als für die von Porsche und Co verwöhnte Sportwagenklientel aus Europa. Folglich ging der Absatz, nicht zuletzt aufgrund des üppigen Grundpreises von anfangs 140.000 DM, nach anfänglicher Euphorie dramatisch in die Knie.



Eine Veränderung der Situation erhoffte BMW sich durch die Einführung des sportiven Spitzenmodells 850CSi mit 380 PS und dem als Grundmodell lancierten 840i mit V8-Motor. Während von dem CSi bis Ende 1996 nur 1.510 Stück bei der M-GmbH getauften Sonderabteilung gebaut wurden hielt sich der Einstiegs Achter bis zum Schluss wacker. Mit einem modifizierten V8 (ab 1995 4,4 Liter) konnte er mit den annähernden gleichen Fahrleistungen wie der weiterhin erhältliche 850Ci aufwarten, ohne jedoch dessen Kostenniveau zu erreichen. Beide Achtzylindervarianten gehören heute zu den gesuchten Exemplaren, während der CSi ausschließlich etwas für den ambitionierten Sammler ist. Mit 20.072 Stück ist der 12-Zylinder das am weitesten verbreite Modell. In diesem Zusammenhang sei auf die Besonderheit hingewiesen, dass die Produktion des 850i und des Nachfolgers 850Ci zeitweise parallel stattfand, sodass auch 850Ci-Modelle mit dem alten M70-Motor (300 PS) vom Band liefen.



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